четверг, 26 марта 2009 г.

Wir lernen lehren

Guten Tag! Ich heiße Vesnina Anna. Ich studiere am Komi Staatlichen Pädagogischen Institut, an der Fakultät der Fremdsprachen. Ich bin Studentin des 8. Semesters. In diesem Studienjahr hatte ich mein erstes Schulpraktikum und ich möchte meine Erlebnisse zum Ausdruck bringen.

Ich und Lehreberuf

Ich möchte weit ausholen, damit Sie mich besser verstehen können…
Ich hatte in meinem Leben Gelegenheit, in drei Schulen zu lernen, folglich bin ich mit vielen Lehrern bekannt. Ich darf nicht streng beurteilen, aber es gibt nicht besonders viele echte, wirklich gute Lehrer. Ich hatte immer einen großen Respekt vor den Lehrern, aber mit einigen von ihnen hatte ich Verständigungsschwierigkeiten. Meiner Ansicht nach ist Lehrer kein Beruf, das ist eine Berufung, eine Vor-Bestimmung so zu sagen. Wem könnte so etwas einfallen, dass ich den Lehrerberuf wähle! Lehrerberuf und ich…das ist eine undenkbare Kombination! Trotzdem studiere ich an einem pädagogischen Institut. Ich wusste ganz gut, dass im vierten Studienjahr das Schulpraktikum als Deutschlehrerin steht mir bevor. Ich konnte aber nicht all die Verantwortung für die Arbeit mit den Kindern begreifen. Ich hatte nur eine vage Vorstellung davon und theoretische Kenntnisse. Die Zeit ist gekommen und das Schulpraktikum startete, es begann ein neues Kapitel in meinem Leben. Diese fünf Wochen teilen mein Leben in zwei Abschnitte: vor dem Praktikum und danach…

„Der eigentliche Zweck des Lernens ist nicht das Wissen, sondern das Handeln“

Nach Praktikumseinleitung am Institut wurden wir an unseren Methodikern in der Schule verwiesen, der uns in den Praktikumsbetrieb einwies. Zum ersten Mal betrat ich die Schule nicht als Schülerin, sondern als Lehrerin. Ich würde sagen, dass es nicht mit Worten wiederzugeben ist. Ich war von Angst ergriffen, ich fühlte einen gewissen Mangel an Selbstbewusstsein, dies erschrak mich noch mehr… Unser Methodiker stellte uns dem Kollegium vor und bat dieses um Kooperation. Natürlich waren wir erst Praktikanten, deshalb war es besonders angenehm, wenn einige Lehrer uns Kollegen nannten. Glücklicherweise hatten wir zuerst eine Hospitationswoche, auf solche Weise konnte ich mich an die Schulatmosphäre gewöhnen, außerdem machte ich mich mit meiner Klasse bekannt. Nach einigen Tagen war ich im Bilde aller Problemen der Klasse und hatte einige Ideen zur der Verwirklichung der Erziehungs- und Lehrziele. Als offener und kontaktfreudiger Mensch kam ich so mit einigen Lehrern kurz ins Gespräch und einige meine Befürchtungen wurden von ihnen bestätigt. Es lag klar auf der Hand, dass ich viele Schwierigkeiten werde überwinden müssen.
Im Großen und Ganzen war die Situation nicht so trostlos, wie sie die Lehrer beschrieben hatten. Fast alle Lehrer hoben die geringe Qualität der Schülerkenntnisse in meiner Klasse hervor. Das war erst eine 5. Klasse, es gibt keinen Anlass, die Hoffnungen auf diese Kinder aufzugeben. Also, ich hatte wirklich einen breiten Wirkungskreis. Im Unterschied zu den Kindern, die aufs Deutsch-Gymnasium gehen und deren Deutschkenntnisse für ihr Alter wirklich hervorragend sind, hatten einige Kinder in meiner 5“a“ fast unfähig, Fremdsprachen zu lernen. Ich musste feststellen, dass die Schüler auch unmotiviert wirkten.
Man muss immer die Kinder zum Lernen anregen. Ich stieß aber darauf, dass einige Lehrer ziemlich gleichgültig zu den Kindern und ihren Fähigkeiten sind. Leider nahmen sie die Persönlichkeit der Kinder nicht in Acht. Vielleicht habe ich nicht das Recht, die Lehrer zu kritisieren. In diesem Zusammenhang fallen mir die Worte ein: „Der Lehrer – eine Art Amphibie. Er ist zwar ein Erwachsener, aber er lebt in der Welt des Kindes.“ Der echte Lehrer muss die Kinderwelt gut verstehen. Ich bin angehende Lehrerin und ich lerne lehren… das heißt nicht nur den Lehrstoff beibringen, sondern auch die Kinder erziehen, tiefe Achtung und Liebe zu den Kindern haben. Dazu möchte ich mit Entschiedenheit folgendes feststellen: der Mensch, der kein pädagogisches Fingerspitzengefühl besitzt, kann niemals Lehrer werden! Was mich betrifft, hatte ich Kenntnisse erworben, das war aber nur ein erster Schritt zu meiner pädagogischen Tätigkeit. Im Praktikum mussten sich meine Fähigkeit offenbaren…oder auch nicht.

Furcht hat tausend Augen
Vor dem Praktikum war ich angsterfüllt. Ich hatte Angst, kein Verständnis mit den Kindern zu finden, keine Autorität zu gewinnen, etwas während der Stunde zu vergessen. Mehrmals habe ich Alpträume gesehen. Manchmal aber hatte überhaupt keine Zeit, um zu schlafen. Ich arbeitete immer mit Hochdruck, in der Angst etwas nicht rechtzeitig zu machen. Während der Hospitationswoche fühlte ich mich mehr oder weniger ruhig. Die Deutschlehrerin gab mir Einblicke in die Klasse, ihre Leistungsbereitschaft. Ich war bestrebt Achtung und Vertrauen bei den Kindern zu gewinnen. Anfangs akzeptierten mich die Schüler überhaupt nicht. Einige Jungen hielten mich für ihre Freundin und nannten mich ganz einfach:“Anna“. Das dauerte aber nicht lange, ich konnte auch streng sein und den Schülern zurechtweisen. Das freute mich sehr, dass sie mich ernst nahmen. Dies stellte sich als lustig und interessant zugleich heraus, mit den Kindern in ein freundliches Gespräch kommen. Durch die neue Perspektive – ich war ja keine Schülerin mehr – und auch den doch vorhandenden Altersunterschied war es schon eine Erfahrung, von Schülern gesiezt zu werden. Die Angst vor den Kindern war ein bisschen vorbei. Es war aber an der Zeit zu unterrichten…Die erste Stunde war natürlich in psychologischer Hinsicht am schwierigsten. Vor der Stunde zitterten meine Beine, krampfte sich meine Kehle zusammen, es schien mir, dass ich überhaupt keine Gedanken im Kopf hatte und der Stundenplan mir völlig entfallen war! Ich musste eine Prüfung in Selbstbeherrschung bestehen. Ich durfte nicht meine Angst und Aufregung zeigen. Die Kinder sehen und fühlen diese Schwäche sehr fein. Schlechtesfall wäre es mein Misserfolg! Zum Glück erfüllten sich meine Befürchtungen in dieser Hinsicht nicht. Ich stieß aber auf andere Schwierigkeiten: es war unmöglich, die fremdsprachige Atmosphäre auf die Dauer aufrecht zu erhalten, denn die Schüler konnten mich nicht verstehen. Ich wurde auch schockiert, als die Stunde zu Ende kam, aber ein großer Teil des einzuführenden Stoffes noch nicht erklärt geblieben war. Ich war enttäuscht…enttäuscht von mir selbst. Alle meinen Erwartungen, meinen Bemühungen waren umsonst. Dank der Deutschlehrerin blieb ich imstande weiter zu arbeiten, sie beruhigte mich. Diese Schüler waren wirklich leistungsschwach, aber man darf die Kinder nicht wählen. Ich analysierte meine Lehrtätigkeit, befolgte die Weisungen des Methodikers und endlich erreichte ich mein Ziel. Tags und nachts bereitete ich die Unterrichtunterlagen vor, sammelte Anschauungsmaterial, ich führte verschiedene Veranstaltungen und außerunterrichtliche Arbeit durch. Den ganzen Tag verbrachte ich in der Schule und ich war in ihre Atmosphäre ganz versunken. Ich war sehr beeindruckt von Tätigkeitsdrang der Schüler, vom Lernerfolg der Klasse. Das war vielleicht kein größerer Erfolg zum Unterschied mit anderen, leistungsstarken Schülern, aber ich fühlte ihren Wunsch zu arbeiten, etwas Neues zu erfahren. Das hat mich viel Mühe gekostet, ich habe viele Schwierigkeiten überwinden müssen, deshalb war es am Praktikumsende sehr angenehm, meine eigenen Leistungen zu sehen!!!

1 комментарий:

  1. Als ich Annas Eindrücke über ihr erstes Schulpraktikum las, so schien es mir, dass sie meine eigenen Gefühle und Gedanken niedergeschrieben hatte. Ich habe schon zwei Schulpraktika gemacht und kann Anna gut verstehen. Vielleicht, wenn ich Annas Blog nach meinem ersten Praktikum gelesen hätte, hätte ich mir ihre Worte nicht so nah zu Herzen genommen. Nach meinem zweiten Praktikum sind sie mir sehr nah geworden. Warum? Ich erkläre das.
    Mein erstes Schulpraktikum habe ich in der Schule Nr.21 in einer der zweiten Klassen mit erweitertem Deutschunterricht abgeleistet. Das zweite Schulpraktikum habe ich in einer der achten Klassen der Schule №16 gemacht. Beide Praktika hatten ihre Schwierigkeiten. Das erste Praktikum war schwer,
    - weil es eigentlich das erste war, deshalb hatte ich Angst, dass meine ersten Stunden wie „die ersten Pflaumen madig sein werden“;
    - weil ich jeden Tag Unterricht erteilt hatte, deshalb musste ich meine Kräfte und Zeit so einteilen, um nicht nur die Stunde zu geben, sondern auch die Stunde für den nächsten Tag vorzubereiten;
    - weil ich mit achtjährigen Kindern zu tun hatte, deshalb musste ich mit ihnen spielen, die Stunde als ein Märchen oder eine Reise durchführen.
    Das zweite Praktikum war auch nicht leichter,
    - weil ich schon mit Kindern mit ca. 14-15 Jahren zu tun hatte, deshalb musste ich unbedingt die Besonderheiten dieses Alters in Acht nehmen und dem gemäß mich mit ihnen umgehen. Die Klassenlehrerin in der Schule sagte uns, wir sollten uns Mühe geben, den Kindern zu gefallen, darin läge die Gewähr unserer Erfolge in der Deutschstunden;
    - weil ich immer daran denken musste, wie ich das Interesse der Kinder für das Deutschlernen anregen kann. Die Kinder hatten kein besonders großes Interesse für Deutsch und wirkten unmotiviert;
    All diese Besonderheiten des Praktikums in der Schule Nr.16 kennt Anna, die ihr erstes Schulpraktikum in dieser Schule abgeleistet hatte und sich darüber in ihrem Blog Gedanken machte. Deshalb sind sie mir sehr nah.
    Wie Anna hätte ich nie gedacht, dass ich Lehrerin werde. Als ich klein war, spielte ich mit meinen Freundinnen Schule: ich war die Lehrerin, meine Freundinnen waren Schüler.. Aber das war in der Kindheit und ist nicht wahr. Als ich das Institut bezogen hatte, hatte ich nicht so tief verstanden, was für eine ernsthafte Vorbereitung eines Lehrers hinter dem PÄDAGOGISCHEN Institut steckt.
    Nach den zwei Praktika habe ich verstanden, was es für ein Schulsystem ist. Es wurde mein gewöhnlicher Zustand, Lehrer zu sein, d.h. sich als Lehrer zu fühlen, sich als Lehrer zu benehmen, die Persönlichkeit der Kinder in Acht zu nehmen, am Schicksal der Kinder teilzunehmen..
    Ich stimme Anna zu, dass der Lehrerberuf etwas Größeres als einfach Beruf ist. Der Lehrer muss nicht nur lehren, d.h. den Lehrstoff beibringen, sondern auch die Kinder erziehen; der Lehrer muss tiefe Achtung und Liebe zu den Kindern zu haben. Es muss aber zugegeben werden, dass nicht alle Lehrer das verstehen. Einige von ihnen sind gleichgültig. Ich bin überzeugt, dass diese Charaktereigenschaft keinen Platz in der Seele eines Lehrers nehmen soll.
    Der Lehrer ist nicht gleichgültig, wenn er über seine Schüler alles weiß: ihre Probleme, Interessen u s.w. Das ist aber wirklich so schwer und braucht so viele Körper- und Seelenkräfte und grenzenlose Liebe und Wärme zu den Kindern! Ich habe das während meiner Praktika verstanden. Obwohl ich nur zwei Klassen hatte, war ich jeden Tag während des Praktikums total müde nach Hause gekommen. Die Arbeit mit ca. 40 Kindern hat mich so viel Mühe gekostet, aber die Lehrer in der Schule haben mehrere Klassen und mehrere Schüler. Es wundert mich bis jetzt, wie das sein kann, dass es ihnen gelingt, so viele Kinder zu lehren, zu erziehen..Das ist mir Rätsel geblieben und ich weiß nicht, ob ich in der Schule arbeiten werde, um dieses Rätsel für sich zu lösen..
    Olga Morosova

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